ÜBER UNS

Drei
GENERATIONEN

Das Entwerfen einer Uhr ist wie das Formen der Zeit selbst jedes Detail muss sowohl dasVergängliche als auch das Ewige würdigen.

Die Zeit im Blut

Es heisst, manche Menschen hätten Benzin im Blut. Unsere Familie hingegen hatte schon immer Zeit darin. Eine feine, tickende Substanz, die sich von Generation zu Generation fortpflanzte – wie ein gut geöltes Uhrwerk, das sich weigert, stehen zu bleiben.

Der Anfang: Grossvater Otto Fahrni sen. und das Herz aus Zahnrädern

Grossvater Otto Fahrni sen. war kein Mann grosser Worte, aber umso grös­serer Schraubenzieher. In einer Zeit, als die Welt noch analog tickte und die Leute geduldig genug waren, auf den nächsten Zug und die rich­tige Uhrzeit zu warten, eröff­nete er seine kleine Werkstatt.

Die Luft roch nach Messing, Maschinenöl und dem uner­schüt­ter­li­chen Glauben an Präzision. Jeder Schlag seines Hämmerchens klang wie eine stille Symphonie – ein Lobgesang auf die Ordnung im Chaos der Zahnräder.

„Eine Uhr“, pflegte er zu sagen, „ist nur so gut wie die Geduld ihres Uhrmachers.“
Und Geduld hatte er reich­lich – sogar, wenn Kunden ihre Uhren erklärten, als hätten sie das Zeitgefühl per­sön­lich erfunden.

Die zweite Generation: Vater Otto Fahrni jun. und die Zeit der Veränderung

Sein Sohn Otto Fahrni jun. über­nahm das Handwerk – nicht ohne eine gewisse Skepsis. Denn wäh­rend die Welt sich plötz­lich schneller zu drehen begann, mit Quarzuhren, Batterien und später den unver­schämten Digitalanzeigen, blieb Otto jun. ein Verteidiger der Mechanik.

Er hatte das Talent, eine Taschenuhr zu zer­legen und wieder zusam­men­zu­setzen, ohne ein Teil übrig zu lassen – ein sel­tener Zauber in einer Zeit, in der alles ersetzbar wurde. Manchmal sprach er von Uhren, als wären es Charaktere: „Die Omega da drüben, die hat Temperament. Und die alte Junghans? Eine Diva.“

Er hielt die Werkstatt am Leben, durch Öl, Staub und leise Ironie. Denn er wusste, dass man den Fortschritt nicht auf­halten konnte – aber man konnte ihn char­mant ignorieren.

Heute: Die dritte Generation und das Ticken der neuen Zeit

Dann kam ich, Andreas Fahrni, die dritte Generation – mit einem Smartphone in der Hand und einem Uhrmacherherz in der Brust. Ich erkannte, dass die Zeit sich ver­än­dert hatte, aber das Bedürfnis nach ihr blieb. Also ver­band ich Tradition mit Moderne: alte Uhren restau­rieren, neue ver­kaufen, und ab und zu einem Kunden erklären, dass eine Batterie kein Ersatz für Seele ist.

In meiner Werkstatt in Wil begegnen sich Geschichte und Gegenwart wie zwei alte Freunde: die eine trägt Patina, die andere Puls – doch beide schlagen im selben Rhythmus.

Und so tickt sie weiter, die Zeit der Familie Fahrni.
Manchmal gemäch­lich, manchmal unge­duldig – doch immer mit einem Herz aus Stahl, einer Seele aus Glas und einer Prise Ironie. Denn wer sich mit Zeit beschäf­tigt, weiss: Sie ist das Einzige, was man nie besitzt – und trotzdem ständig repa­rieren will.