Wenn Uhren stehen bleiben, schlägt für mich, Andreas Fahrni, die Stunde der Wahrheit. Seit meiner Kindheit fasziniert mich der Tanz aus Zahnrädern, Federn und winzigen Schrauben – kleine Wunderwerke, die Geduld, Präzision und Fingerspitzengefühl verlangen. In jeder Uhr entdecke ich ein verborgenes Leben, das nur darauf wartet, behutsam wieder zum Ticken erweckt zu werden.
Mit Fachkenntnis und Sorgfalt kümmern wir uns um den Erhalt und die Pflege Ihrer Zeitmesser. In unserer Werkstatt führen wir Revisionen, Restaurierungen sowie Vergoldungen durch und übernehmen präzise Guss- und Schnitzarbeiten. Unser Ziel ist es, Funktion, Erscheinung und Wert Ihrer Uhr langfristig zu sichern – zuverlässig, transparent und mit technischem Know-how.
Zahnstuhl für die Herstellung von Zahnrädern, Johann Morat, Eisenbach, um 1865, Inv. 2022-107
Für Ihre Uhren und Schmuckstücke bieten wir umfassenden Service und persönliche Beratung. Wir führen präzise Kleinreparaturen durch und kümmern uns um einen sorgfältigen Schmuckservice. Persönliche Beratung und individuelle Lösungen stehen dabei stets im Mittelpunkt, damit jedes Stück genau die Pflege erhält, die es benötigt.
Vorrichtung zum Anfertigen von Schlossscheiben, um 1865, Inv. 2022-109
Auch beim Thema Werte können Sie sich auf uns verlassen. Wir übernehmen den seriösen An- und Verkauf edler Uhren sowie einen fairen Gold- und Silberankauf. Klare Abläufe, langjährige Erfahrung und ein verantwortungsvoller Umgang mit jedem Objekt prägen unser Selbstverständnis – ein schneller und professioneller Batterieservice rundet unser Angebot zuverlässig ab.
Bilder: Deutsches Uhrenmuseum, 78120 Furtwangen
Zahnradwälzmaschine, mit Fräsern signiert K. Hummel, Schonach, Inv. 2022-108
3. JAHRTAUSEND v. CHR.
In Ägypten und Babylon beginnen die Menschen, den Lauf der Sonne zu nutzen: Obelisken und Sonnenuhren teilen den Tag in Abschnitte, ein erstes Ordnungsgerüst für den Alltag. Bald folgen Wasseruhren – tropfende Gefässe, die auch nachts funktionieren. Zeit wird messbar, aber sie bleibt noch eng an Natur und Himmel gebunden. Abbildung: Eine der ältesten Sonnenuhren der Welt im Tal der Könige. Diese jahrtausendealte Sonnenuhr haben Basler Archäologen wieder ans Tageslicht gebracht.
Bild: Universität Basel
5. – 4. JAHRHUNDERT v. CHR.
Die Griechen verfeinern die Klepsydra, die Wasseruhr, und machen sie zu einem präzisen Instrument. Ingenieure wie Ktesibios bauen Uhren mit Zahnrädern, Figuren und akustischen Signalen. In den Gerichtssälen Athens bestimmt das stetige Tropfen des Wassers die Länge der Reden – die Uhr wird so zum Werkzeug der Demokratie. Auf der Agora erinnert die Klepsydra nicht nur an den Lauf der Zeit, sondern auch daran, dass Regeln, Ordnung und Gerechtigkeit Hand in Hand gehen.
Bild: Athenian Agora Museum
8. – 11. JAHRHUNDERT
Der chinesische Gelehrte Su Song baute im Jahr 1094 während der Song-Dynastie eine beeindruckende astronomische Turmuhr in Kaifeng. Sie wurde durch Wasserkraft angetrieben und enthielt ein ausgeklügeltes System aus Zahnrädern und Ketten, das die Zeit und Himmelsbewegungen anzeigte. Oben befand sich eine Armillarsphäre, mit der man Sonne, Mond und Sterne beobachten konnte. Die Uhr zeigte nicht nur die Stunden, sondern auch den Kalender und schlug automatisch mit Glocken. Su Songs Erfindung war ein technisches Wunder seiner Zeit und gilt als eines der bedeutendsten Beispiele früher Mechanik und Astronomie.
14. JAHRHUNDERT
In Kathedralen und Rathäusern entstehen die ersten grossen Räderuhren. Sie sind noch weit davon entfernt, genau zu sein, doch ihr lauter Schlag ordnet das Leben der Städte. Arbeitsbeginn, Marktzeiten und Gebetsstunden werden durch das gleichmässige Läuten der Glocken bestimmt. Menschen richten sich nach dem Klang der Uhr, und sie wird so zu einem wichtigen Bezugspunkt im Alltag. Die Uhr ist nicht nur ein praktisches Werkzeug, sondern auch ein Symbol für Ordnung, Gemeinschaft und Autorität. Sie zeigt, dass Zeit messbar und strukturierbar ist, und macht die Stadt zu einem organisierten, verlässlichen Lebensraum. Mit der Uhr wächst auch das Bewusstsein für Pünktlichkeit und Planung – Eigenschaften, die das städtische Leben im Mittelalter entscheidend prägen.
Bild: Der Gros Horloge in Rouen (Frankreich)
16. JAHRHUNDERT
Der Nürnberger Schlosser Peter Henlein gilt als einer der Pioniere der tragbaren Uhr. Anfang des 16. Jahrhunderts fertigt er kleine Federuhren, die später als „Nürnberger Eier“ bekannt werden. Diese kunstvoll gearbeiteten Zeitmesser sind wahre Meisterwerke der frühen Uhrmacherkunst: Sie laufen mit einer aufziehbaren Feder statt mit einem Gewicht und sind damit klein genug, um in Taschen getragen oder an Ketten befestigt zu werden.
Doch im Alltag zählen weniger die Genauigkeit oder der praktische Nutzen – vielmehr sind die Uhren Statussymbole. Wer eine solche Uhr besitzt, zeigt Reichtum, Bildung und technischen Fortschritt. Zeit wird zu etwas, das man am Körper trägt, und damit auch zu einem Zeichen von Macht und Selbstkontrolle.
17. JAHRHUNDERT
Der niederländische Physiker und Astronom Christiaan Huygens revolutioniert die Zeitmessung: Er entdeckt das Pendel als zuverlässigen Taktgeber für Uhren. Mit seiner Erfindung gelingt es erstmals, die Zeit auf Sekunden genau zu messen – ein gewaltiger Fortschritt gegenüber den unregelmäßig laufenden Federuhren der Vergangenheit.
Diese neue Präzision verändert die Welt des Wissens. Astronomen können nun die Bewegungen der Sterne und Planeten exakter bestimmen und ihre Beobachtungen miteinander vergleichen.
Die Uhr wird damit mehr als nur ein Symbol von Wohlstand oder Status – sie wird zu einem Werkzeug der Wissenschaft, zu einem Instrument, das Ordnung in das Chaos der Natur bringt und die Grundlage für eine neue, messbare Welt schafft.
18. JAHRHUNDERT
Dem englischen Uhrmacher John Harrison gelingt eine bahnbrechende Erfindung: der Marinechronometer. Seit Jahrhunderten hatten Seefahrer das gleiche Problem – auf See liess sich zwar die Breite anhand der Sterne bestimmen, doch die Länge, also die genaue Ost-West-Position, blieb ein Rätsel. Unzählige Schiffe verirrten sich, strandeten oder sanken, weil ihnen ein verlässliches Zeitinstrument fehlte.
Harrison widmet sein Leben dieser Herausforderung. Nach Jahrzehnten des Tüftelns und unzähligen Rückschlägen entwickelt er schliesslich eine Uhr, die auch bei schwankendem Wellengang, Temperaturschwankungen und hoher Luftfeuchtigkeit präzise läuft. Mit seinem Marinechronometer kann man die Zeit am Ausgangshafen mit der Ortszeit an Bord vergleichen – und daraus exakt die geographische Länge berechnen.
19. JAHRHUNDERT
1868 entsteht die erste Schweizer Armbanduhr von Patek Philippe. Gebaut und verkauft wurde die feine Armspangenuhr Nr. 27 368 für die ungarische Gräfin Koscowicz – zunächst noch ein elegantes Schmuckstück für Damen, zierlich und kostbar. Doch bald wird die Armbanduhr zur Alltagsuhr für alle. Die Industrialisierung verändert den Rhythmus des Lebens: Fabrikarbeit, Eisenbahn und straffe Zeitpläne verlangen nach Pünktlichkeit.
Uhren wandern in die Wohnzimmer, Bahnhofstürme zeigen die Stunde, und die Zeit wird zu einer gemeinsamen Taktgeberin der Gesellschaft. Die Menschen beginnen, ihren Tag nicht mehr nach Sonne und Gefühl, sondern nach Zeigern und Zifferblättern zu richten.
20. JAHRHUNDERT
Die Technik explodiert: 1923 die erste Quarzuhr, 1969 die Seiko Astron – präzise, erschwinglich, massenhaft. In den 70ern folgt die Digitaluhr: Zeit erscheint auf Knopfdruck, als Ziffern im Display. Gleichzeitig feiern Luxusmarken die mechanische Uhr als Kunstwerk. Zeit ist nun sowohl praktisch als auch ein Ausdruck von Stil.
Die Uhr wird zum Alltagsbegleiter, zum Symbol für Technik, Fortschritt und persönliche Vorlieben. Sie misst nicht mehr nur Sekunden, sondern spiegelt Individualität, Geschmack und Lebensrhythmus wider. In dieser Vielfalt wird deutlich: Zeit ist zugleich universell und zutiefst persönlich, ein ständiger Begleiter durch Arbeit, Freizeit und Gesellschaft.
21. JAHRHUNDERT
Smartwatches verwandeln die Uhr in einen Computer am Handgelenk. Sie zählen Schritte, messen Herzschläge, geben Nachrichten weiter. Die Uhr hat sich von einem reinen Zeitmesser zu einem Lebensbegleiter entwickelt – und die Anzeige der Stunde ist nur noch eine ihrer vielen Funktionen.
Sie vernetzt uns mit der Welt, erinnert an Termine, überwacht Gesundheit und ermöglicht sogar Zahlungen. Uhren werden so zu multifunktionalen Werkzeugen, die den Alltag steuern und erleichtern. In ihrer modernen Form bleibt die Uhr ein Symbol für Innovation, Komfort und die unaufhörliche Suche nach Kontrolle über Zeit und Leben.
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